Neues aus der Raumplanung

Justizvollzugsanstalt Hindelbank – Strategiepapier und Masterplan

29.04.2021_Im Rahmen der Gesamtinstandsetzung der Justizvollzugsanstalt Hindelbank (JVA) durch das Amt für Grundstücke und Gebäude Bern (AGG) ist die Verbesserung und Erweiterung des Sicherheitsperimeters zu prüfen. Hierzu analysieren und beurteilen wir auf Basis der Machbarkeitsstudie von Itten + Brechbühl AG die baurechtlichen und raumplanerischen Vorgaben. In Kenntnis dieser entwickeln wir verschiedene Szenarien zur Umsetzung und nehmen eine Risikobeurteilung vor. Ein Strategiepapier fasst die Erkenntnisse zusammen und definiert Handlungsempfehlungen. In einem zweiten Arbeitsschritt erarbeiten wir in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege einen Masterplan. Eine fundierte Grundlage, welche die künftige Entwicklung innerhalb des Areals aufzeigt, ist für alle weiteren Arbeitsschritte vorteilhaft. Der Masterplan dient als Basis für die Ausarbeitung der Überbauungsordnung und des, aufgrund der geschützten Bausubstanz, notwendigen qualitätssichernden Verfahrens.

Begleitung Arealentwicklung "Holzgasse" in Kerzers

22.04.2021_Wir begleiten die Grundeigentümer des Areals "Holzgasse" in der Gemeinde Kerzers bei der Arealentwicklung. Im Planungsteam mit der Werkgruppe agw klären wir die Zielsetzung, erarbeiten eine bedürfnisgerechte Umsetzungsstrategie und konzipieren eine Machbarkeitsstudie. Diese bildet die Grundlage für die Ausarbeitung des Detailbebauungsplans. Wir folgen konsequent unserer Arbeitsweise: Auftragsklärung, Prozessgestaltung und Umsetzung

Ortsplanungsrevision Grenchen zur Mitwirkung und Vorprüfung verabschiedet

08.04.2021_Der Gemeinderat hat die umfangreiche Ortsplanungsrevision zur Mitwirkung und Vorprüfung verabschiedet. Ausgangspunkt waren Szenarien von ETH-Studierenden, welche in Workshops durch Grenchnerinnen und Grenchner diskutiert und zum Leitbild entwickelt wurden. Die Ziele des Leitbilds wurden thematisch vertieft und die Erkenntnisse in die baurechtliche Grundordnung überführt. Eine Herausforderung war beispielsweise die Öffnung von Arbeitszonen für das Wohnen in den historischen Fabriken der Wohnquartiere, eines der typischen Merkmale der Stadt Grenchen. Über Anreize ist es gelungen, eine Lösung zu definieren, welche sowohl die Identität der Uhrenstadt bewahrt, als auch das Wohnen in den typischen Uhrenfabriken zulässt - eine Win-win-Situation. Die Begleitung der Ortsplanung hat vor mehr als 20 Jahren durch Christof Tscharland als Stadtplaner (50%-Mandat, 1997 - 2001) begonnen. Grenchen hat 2004 den Fussverkehrspreis Schweiz und 2008 den Wakkerpreis gewonnen. Raumplanung ist eine auf lange Dauer angelegte Disziplin. Die neue baurechtliche Grundordnung soll anfangs 2023 in Kraft treten.

Raumplanung und Covid

01.04.2021_Unser zur Tradition gewordenes Osterapéro in Solothurn können wir aufgrund von Covid nicht durchführen, was wir sehr bedauern! Die Krise zieht aber wesentlich grösser Kreise, sie verändert unsere Lebensmodelle dauerhaft und ist relevant in verschiedenen Themen der Raumplanung. So wird die weniger ortsgebundene Arbeitsweise in den nächsten Jahren für diverse Innovationen und Verschiebungen sorgen: Co-Working, abgesetzte Firmenbüros oder nomadische Arbeitsmodelle werden Einzug halten. Dabei spielen Orte mit Zentrumsfunktionen aufgrund ihres Serviceangebotes (Kinderbetreuung, Einkauf, Schulen, Gesundheitszentren, Freizeitangebote etc.) eine wichtige Rolle. Es zeigt sich, dass Orte mit diesen Angeboten besonders resilient sind in der Pandemie. Deshalb ist es wichtig, Zentrumsfunktionen zu stärken und zu überlegen, wie und wo diese Servicefunktionen sichergestellt werden können. Die Bedeutung der Orts- und Stadtzentren als unsere Identifikationsorte ist zudem gestiegen. Man hat den Wert der Begegnung neu erfahren und möchte Ortszentren als unsere Identifikationsorte stärken. Dieses Verlangen gilt es zu antizipieren. Die Lust auf grüne Aussenräume und beruhigte Strassen ist stark gewachsen, was im Zusammenhang mit der Klimadebatte und dem Stadtklima förderlich ist. Man nimmt weiter die entspannte Situation im (Teil-) Lockdown als angenehme Erfahrung wahr. Es wird zu einer Offensive zugunsten lokaler Lebensqualität kommen. Deshalb ist es wichtig, dass Grundbedürfnisse in 15 Minuten Gehdistanz befriedigt und qualitative Grünräume von der Haustür in 60 Sekunden erreicht werden können. Besitzt ihre Gemeinde die Voraussetzungen/das Potenzial, diese Qualitäten dereinst zu erreichen? – Wir wünschen frohe Ostertage!

Multilokale Lebensführung

25.03.2021_Multilokale Lebensführung – Wohnen und Leben an mehreren Orten – aufgrund von Corona ein aktuelles gesellschaftliches und räumliches Phänomen. Multilokalität ist nicht grundsätzlich neu, wandelt sich aber mit den gesellschaftlichen Lebensbedingungen und -verhältnissen. Dabei geht es um sich verändernde räumliche Mobilität, die sich in einem Spannungsfeld zwischen Bewegung und Verankerung einordnen lässt und in zahlreichen Ausprägungen vorzufinden ist. Das Spektrum umfasst beispielsweise arbeitsbedingt Wochenendpendelnde, Paare in Doppelhaushalten ("Living Apart Together"), "Expatriates", transnationale Pflegekräfte, Menschen mit Ferienunterkünften oder pendelnde Kinder in Nachtrennungsfamilien. Zwischen einem Viertel und einem Drittel von uns lebt heute parallel an mehreren Orten.

Ein historisches Beispiel von multilokalem Leben aus einer unserer Gemeinden, welche wir raumplanerisch beraten: Nach Wilderswil kamen Künstler und Intellektuelle im 19. und 20. Jahrhundert nicht für Tage, sondern für Wochen und Monate. Sie lebten und arbeiteten in Berlin, Leibzig oder Basel und zweitweise, saisonal in Wilderswil, bevor einzelne mit der Zeit in Wilderswil Fuss fassten. Im Ried, oberhalb Wilderswil, haben sich Nachfahren von Felix Mendelssohn Ende des 19. Jahrhunderts ein - heute würde man sagen - Resort gebaut, wo viele gescheite Köpfe Europas ein- und ausgingen. Eine schöne Geschichte, welche auf multilokaler Lebensführung fusst und zeigt, welche Bereicherung dies sein kann!

Neue Bleibe gesucht!

12.03.2021_Nein, nicht weil das Bundeshaus drückt, auch nicht der Bürogemeinschaft wegen und schon gar nicht aufgrund der Lage - ganz einfach wieder mal was Neues, Unbekanntes, Fremdes entdecken, kennenlernen, erleben! Coronagerecht nicht in weiter Ferne sondern im Quartier, das heisst in Bern. Gehen, wenn es am Schönsten ist. Und wir haben hohe Ideale, wie ihr wisst. Helft uns, die neue Bleibe zu finden, denn nur gemeinsam kommen wir weiter. Wir freuen uns auf deinen Anruf. Kurt Tucholsky hat 1927 in seinem Gedicht „Das Ideal“ unser Traumbild des neuen Büros sehr präzise beschrieben. 

Auf Wiedersehen Robert Benz

01.03.2021_Robert Benz hat unser Büro per 28. Februar 2021 verlassen, um eine neue Stelle als leitender Raumplaner in einem öffentlichen Unternehmen anzutreten. Wir danken ihm herzlich für seinen grossen Einsatz für die Panorama AG und wünschen ihm viel Glück und Erfolg für die neue Lebensphase!

«Campus Technik» - Grenchen auf erfolgversprechendem Weg

25.02.2021_Die Realisierung des neuen «Campus Technik» Grenchen beim Südbahnhof setzt einen Gestaltungsplan voraus. Das Neubauprojekt auf der Brache des ehemaligen Gaswerks soll bis 2023 die Höhere Fachschule für Technik Mittelland (HFTM) und die Ausbildungsräume für Lehrlinge von Swissmechanic Solothurn (zurzeit noch in Gerlafingen) mit insgesamt 500 Studierenden unter einem Dach zusammenführen. Mit diesem «Campus Technik» soll eine «Bildungs-Wertschöpfungskette» mit grosser Strahl- und Anziehungskraft entstehen. Verschiedene Regionsgemeinden unterstützen das Projekt. Wir dürfen mit den verschiedenen Akteuren die komplexe Planung konkretisieren. In kurzer Zeit konnten wir gemeinsam den Gestaltungsplan zur Vorprüfungs- und Mitwirkungsreife entwickeln. Ein wichtiger Schritt ist erreicht.

Salina Raurica die Zweite: Start Varianzverfahren

25.01.2021_Im Gebiet Augst-Pratteln liegt mit dem Areal "Salina Raurica" mit 60 ha eine der grössten Entwicklungsflächen in der Nordwestschweiz. Nach dem Studienverfahren zum Herzstück dürfen wir nun im Auftrag der Grundeigentümer auch die Planung im Gallisacher, einer Teilfläche entlang des Rheins, begleiten.

Gemeinsam für den Erhalt von Baudenkmälern

12.01.2021_Die Stiftung Ferien im Baudenkmal und der Schweizer Heimatschutz lancieren «Marché Patrimoine – die Plattform für Baudenkmäler» und ermöglichen damit ein direktes Engagement für bedrohte Häuser. Unzählige schützens- und erhaltenswerte Häuser stehen in der Schweiz leer oder zerfallen. Gleichzeitig finden viele Liebhaber*innen und potenzielle Käufer*innen alter Häuser keinen Zugang zu solchen Angeboten, da sie als Nischenprodukte im Immobilienmarkt untergehen. An diesem Punkt setzt «Marché Patrimoine» an. Das Ziel der Online-Plattform ist die Vermittlung historischer Bauten an sensibilisierte Käufer*innen, um sie als wichtigen Teil der regionalen Geschichte und als identitätsstiftende Elemente von Kulturlandschaften langfristig zu erhalten. Als Projektträger setzen sich der Schweizer Heimatschutz und die Stiftung Ferien im Baudenkmal für den Erhalt der vielfältigen Schweizer Baukultur ein. Der Heimatschutz tut dies mittels Öffentlichkeitsarbeit und politischem Engagement, die Stiftung Ferien im Baudenkmal gibt bedrohten Baudenkmälern als Ferienobjekte eine sinnvolle Zukunft und macht Baukultur erlebbar. Mit dem Projekt «Marché Patrimoine» weiten die zwei Institutionen ihr Wirken aus, indem sie Interessierte vernetzen und die schweizweite Vermittlung historischer Gebäude vereinfachen. Wobei sich das Angebot nicht nur auf Wohnhäuser beschränkt, sondern von Gewerbe- und Industriebauten bis hin zu landwirtschaftlichen Bauwerken reicht. Panorama unterstützt die tolle Initiative.

Rüti bei Büren - Überbauungsordnung „Industrie Ost“ genehmigt

04.01.2021_Die Thommen-Furler AG plant langfristig. Wir durften die Firma über 10 Jahre bis zum erfolgreichen Projektabschluss begleiten. Im 2010 begann die Planergemeinschaft Lanz Architekten, Bauzeit Architekten, Panorama AG im Auftrag der Thommen-Furler AG mit der Gesamtplanung des Betriebsareals. Der daraus resultierende Masterplan als verbindliches, raumstrategisches Steuerungselement ermöglicht ein Höchstmass an Flexibilität für die betriebliche (Weiter-) Entwicklung. Er diente als Grundlage für die erarbeitete Zone mit Planungspflicht und die nun genehmigte Überbauungsordnung. Durch eine geschickte Anordnung der Bauten und Anlagen konnte der Fruchtfolgeflächen-Verbrauch auf 0.3 ha beschränkt werden. Die Kompensation der beanspruchten Fläche wird durch den überkommunalen Abtausch mit der Gemeinde Bellmund sichergestellt.

Was wünschen Sie sich fürs 2021?

24.12.2020

"Ein positiver Wunsch ist ein von Anfang an positiver Gedanke verbunden mit der Hoffnung auf positive Erfüllung. Und wer so denkt, hat eine gute Chance, dass es funktioniert." Klaus Seibold

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen, dass Sie einen guten Abschluss dieses Jahres finden und mit einem positiven Wunsch ins 2021 starten mögen!

Am 4. Januar 2021 sind wir gerne wieder für Sie da.

Herzliche Grüsse

Das Panorama-Team

Oberhünigen - Einführung der neuen Gewässerräume genehmigt

21.12.2020_Das revidierte Gewässerschutzgesetz verlangt von den Kantonen die Ausscheidung von Gewässerräumen entlang aller oberirdischen Gewässer. Mit dem revidierten Wasserbaugesetz (WBG) wurden die Rechtsgrundlagen für die Umsetzung im Kanton Bern geschaffen. Für die Festlegung des Gewässerraums sind in Bern die Gemeinden zuständig. Ihre Aufgabe ist es, die Vorschriften zur Ausscheidung des Gewässerraums in der baurechtlichen Grundordnung grundeigentümerverbindlich festzulegen. Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung hat die Teilrevision der Ortsplanung Oberhünigen resp. die Einführung der neuen Gewässerräume genehmigt. Die Genehmigung umfasst die von der Gemeindeversammlung beschlossene Teilrevision des Baureglements und die Zonenpläne Gewässerräume Süd und Nord.

Die Stimmberechtigten von Studen sagen mit 84.5% ja zur Ortsplanungsrevision

15.12.2020_Was soll Studen sein? Was soll es nicht sein? Wie wollen die Studnerinnen und Studner wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen? Welches sind die Lieblingsorte, welches die „Unorte“? Intensive und interessante Diskussionen führten vom Bevölkerungsworkshop im Sommer 2018 über die Richtplanung bis hin zur Nutzungsplanung mit Zonenplan und Baureglement. Der umfassende Prozess zahlte sich aus, die Ortsplanungsrevision wurde am letzten Sonntag, 13. Dezember 2020, mit einem grossen Mehr an der Urne beschlossen.

Das gezeichnete ISOS – was bedeuten die vier Buchstaben?

07.12.2020_Das Bundesamt für Kultur will der breiten Öffentlichkeit das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS näherbringen. Drei kurze Filme erklären das wichtige Instrument in gelungener Weise. Das ISOS werde oft als kompliziert und dessen Anwendung als schwer verständlich dargestellt, heisst es in einem Schreiben des Bundesamts für Kultur BAK. In der Tat sind die Mechanismen anspruchsvoll, und das ISOS ist zuweilen auch politisch umstritten. Die drei Kurzfilme à drei bis vier Minuten erklären das Bundesinventar in Wort und Bild beziehungsweise unterhaltsam gezeichnet: die Grundlagen, die Methode und die Anwendung. So erfährt man, dass das ISOS die wertvollsten Siedlungen der Schweiz verzeichnet oder dass es auch Freiflächen wie Gärten aufnimmt. Ein zweiter Film erklärt die Kriterien für eine Aufnahme, zum Beispiel die Lage oder die Räume zwischen den Bauten. Und der dritte Film zeigt schliesslich, welche Rolle das ISOS bei der raumplanerischen Interessenabwägung spielt. Haben Sie Fragen zum ISOS und dessen Umsetzung? Wir haben viel Erfahrung, kontaktieren Sie uns! Die Filme sowie weitere Informationen zum ISOS sind hier abrufbar.